Und dann geht es endlich los. Wir starten, wie immer, vom
Flughafen München. Was anderes macht tatsächlich kaum Sinn,
obwohl wir so einmal umsteigen müssen. Man könnte zwar von
Frankfurt direkt fliegen, aber die Fahrerei bis zum
Flughafen Frankfurt mit der Bahn, das muss man auch mögen. So
fährt uns unser Shuttleservice von der Haustür bis zum richtigen
Terminal in Erding, vor den Toren Münchens. Wir haben noch
einige Zeit, Check in und Sicherheitskontrolle gehen flott in
München.

Wir fliegen mit Turkish Airlines zunächst bis Istanbul. Dort
haben wir einen relativ kurzen Stop von etwa anderthalb Stunden,
um uns dann, ebenfalls wieder mit der gleichen Fluggesellschaft,
auf den Weg nach Taschkent, der usbekischen Hauptstadt zu
machen.
Der Service an Board beider Maschinen ist
hervorragend, da kann sich manche deutsche Fluggesellschaft was
abschauen. Bevor wir in Istanbul landen, überqueren wir einmal
die Metropole am Bosporus. Eine beeindruckende Stadt, bei mir
werden wieder Erinnerungen wach an unseren Aufenthalt hier vor
ein paar Jahren. Ich glaube, auch das wird noch mal ein
Reiseziel, irgendwann...
Am Istanbul International
Airport haben wir eine ganz schön weite Strecke zurückzulegen,
um das Gate für unseren Anschlußflug zu erreichen, der Flughafen
ist einfach riesig. Aber so vergeht die Zeit und schon wenig
später sitzen wir im zweiten Flieger und fliegen Richtung Osten
in die Nacht, in Richtung Taschkent.
Mit drei Stunden Zeitverschiebung, landen wir etwa 0:30 Uhr
Ortszeit. Der Flughafen Taschkent wirkt im Vergleich zu Istanbul
irgendwie wie ein Landbahnhof. Wir müssen einige Zeit an der
Einreisekontrolle anstehen, der uniformierte Bube im Glaskasten
hat sichtlich Probleme, die Augen offen zu halten. Dann muss er
auch noch diese unverschämten Touristen, die ihn vom Nachtschlaf
abhalten, vor seiner Kamera postieren, um deren Konterfei mit
dem jeweiligen Reisepass abzugleichen, er hat`s nicht leicht.
Aber ich blicke so ernst, wie irgend möglich in seine Minicam
und irgendwann befindet er mich auch für würdig, sein Land zu
betreten.
Wir hatten uns vorher auf größere Kontrollen
eingestellt, da man der einschlägigen Literatur etliche
Einfuhrrestriktionen entnehemen konnte. Unter anderem hatten wir
uns extra vom Doc die Notwendigkeit der mitgeführten Medikamente
bestätigen lassen. Aber nichts dergleichen, einer Laufschrift
über der Zollstation entnehme ich, dass im Juli diesen Jahres
die Bestimmungen deutlich entschärft wurden, also alles nur ein
Sturm im Wasserglas. Wir warten noch ein wenig auf unsere
Koffer, dann betreten wir erwartungsfroh usbekischen Boden (also
außerhalb des Flughafens).
Wir werden von unserem Reiseleiter
abgeholt, wir haben zum ersten Mal während der gesamten Reise
jemanden dabei. Das hatten wir bei unseren bisherigen Touren
nie, war aber bei dieser Reiseagentur obligatorisch. Wir finden
ihn ohne Probleme, er begrüßt uns gleich mal mir "Servus",
stellt sich als Zamir vor, der schon mal ein halbes Jahr in
Ebersberg, östlich von München gelebt hat. Er hatte in
Usbekistan deutsch studiert und ein Auslandspraktikum dort
absolviert. Keinerlei Praxis hat er dagegen als Reiseleiter, wir
sind seine ersten Patienten... wir werden sehen.
Unser Hotel
ist die erste Adresse in Taschkent, das größte und eines der
ältesten Hotels am Platze. Der Check in läuft routiniert, das
Personal spricht perfekt englisch, Zamir hingegen nicht. Egal,
er soll uns ja auf deutsch bespaßen.
Es braucht nicht lang, bis wir ins Bett fallen, der Tag war
lang und wir müssen morgen wieder fit sein, es geht auf einen
Rundgang durch Taschkent.