Track DeKoog /Texel - Callantsoog (mit Fähre) bei GPSies
Track Callantsoog - Bergen bei GPSies
Nachdem wir also 3 Tage auf der Insel verbracht hatten, geht es wieder zurück auf`s niederländische Festland. Im Laufe dieser drei Tage hatten wir unseren
Plan mal wieder komplett umgekrempelt. Eigentlich war ja geplant, von Texel aus in Richtung Ijselmeer zu fahren aber Pläne sind ja dazu da, immer wieder
neu überdacht zu werden. Das lernen wir doch täglich von unseren Politikern, die wissen doch heute auch nicht mehr, was sie gestern gesagt haben, aber
zurück zum Ernst des Urlaubs-Lebens, wir haben also einen neuen Plan. Und der besagt, dass wir wieder an die Noordzeeroute zurück kehren und diesmal in
entgegengesetzter Richtung das Stück noch nachholen, was wir am Sonntag ausgelassen hatten, also zumindest fast das ganze Stück. Ziel des Ganzen soll sein,
am Donnerstag Abend Alkmaar zu erreichen. Warum gerade Alkmaar? Weil es dort jeden Freitag Morgen einen Markt gibt, der mehr eine Show-Veranstaltung ist
und den wollen wir uns anschauen. Und was wird in Holland wohl auf dem Markt gehandelt werden? Logisch, es ist der Kaas-Markt von Alkmaar, den wir besuchen wollen.
Und so führt uns unsere Reise also von De Koog wieder zur Fähre, die uns von `t Horntje nach Den Helder bringen soll. Wir wählen dieses Mal jedoch einen anderen Weg,
wir wollen nicht entlang der Landstraße radeln und so geht es aus De Koog raus durch dichte Wälder oder am Rande der Dünen entlang der Westküste der Insel Texel,
durch das Dörfchen Den Hoorn zur Fähre. Heute müssen wir etwas warten, das Böötchen fährt nur alle Stunde. Dafür kostet die Überfahrt diesmal nix, das Ticket für
die Herfahrt gilt auch automatisch retour, anscheinend geht man davon aus, dass keiner hier bleiben will. So schlimm fand ich das Eiland nun auch wieder nicht,
auch wenn das Wetter mehr als bescheiden war und uns nicht all zu viele Möglichkeiten geboten hat. Wir hätten gerne noch mehr von der Insel gesehen, war aber
leider nicht möglich. So verabschieden wir uns also von Texel, mit dem Wissen noch mal wiederkommen zu müssen, es gibt noch was anzuschauen, außer den bereits
beschriebenen Monsterschweinen und dem Lämmer-Streichelzoo. Einen Leuchtturm zum Beispiel und der muss jetzt warten, bis wir wiederkommen.
In den Helder angekommen wird uns bewusst, dass unsere Entscheidung, wieder in Richtung Nordsee zu fahren eine sehr mutige war. Als wir heute morgen
in unseren Betten erwacht waren, haben wir mit großer Freude den weiß-blauen Himmel zur Kenntnis genommen. Auch die Tatsache, dass aus dem Sturm von gestern
ein eher laues Lüftchen geworden war, hat uns erfreut, aber jetzt spätestens wird deutlich, aus welcher Richtung das “Lüftchen” weht. Nämlich aus Süd-West.
Und unsere Hauptrichtung in den nächsten beiden Tagen wird Süden sein. Und so stürzen wir uns also in den Kampf, der auf den ersten 4 Kilometern ein echt
harter wird, es geht außendeichs direkt am Wasser entlang. Stehen ist schon eine echte Herausforderung, mancher Angler hat seine liebe Not mit dem Wind und
wir versuchen mit unserem windsegelartigen Gepäck an den Fahrrädern dagegen anzukämpfen. Gute Entscheidung in diese Richtung zu fahren! *schulterklopf*
Nach einigen Kilometern biegt der Weg dann in die Dünen ein, hier geht es dann etwas besser, der Weg ist auch schöner hier, es lässt sich fahren.
Auch hier schauen die Dünen wieder ganz anders aus, kaum noch Wald, eher wie in einer Heide, auch das niedere Gebüsch hat etwas von Heide-Sträuchern.

Schließlich führt der Radweg aus den Dünen raus an eine Landstraße um dieser kilometerlang zu folgen. Hier bläst uns der Wind wieder voll ins Gesicht
und nach weiteren 15 (gefühlt 55) Kilometern haben wir keine Lust mehr. Im Örtchen Callantsoog beschließen wir dem Drama für heute ein Ende zu bereiten. Bis
Alkmaar wären es noch weitere 30 Kilometer, bei normalen Windverhältnissen kein Thema, aber so… So suchen wir nach einem Hotel, was sich als ziemliche Herausforderung
erweist. Erst nachdem wir das Internet bemühen, kriegen wir heraus, wo sich die beiden örtlichen Hotels verstecken, jedenfalls nicht leicht zu finden. Hier erweist
sich auch wieder einmal die Tatsache, dass es in Holland fast überall kostenloses WLAN gibt als ein Segen, denn Mobil-Empfang ist hier in dem Kaff nicht! Das Hotel
ist eines der gehobeneren Klasse, entsprechend stellen wir beim Frühstück fest, dass wir den Altersdurchschnitt verfälschen. Erst, als wir bereits aufbrechen,
tauchen noch ein paar “jüngere” Leute auf. Egal, wir haben hervorragend geschlafen, das Essen gestern Abend im “Centrum” des Dörfchens war auch ganz passabel,
auf jeden Fall reichlich und so verlassen wir die nordholländische Metropole Callantsoog in Richtung Süden.
Unglücklicherweise konnten wir in Alkmaar via Internet kein Hotelzimmer finden, zumindest keines, was unseren Ansprüchen genügt hätte und so verkürzt sich unsere
heutige Etappe um ein paar weitere Kilometer, da wir in Bergen, 6km vor Alkmaar Station machen werden. Dort haben wir ein Hotel der selben Kette gefunden, in dem
wir auf Texel genächtigt hatten und damit waren wir sehr zufrieden. Wir fahren also aus Callantsoog raus und radeln wieder an dieser ätzenden Landstraße entlang.
Der Gegenwind ist heute erträglich und das Wetter ist eigentlich himmelblau und so beschließen wir im nächsten Ort, den Nordsee-Radweg zu verlassen und direkt an
der Küstenlinie entlang zu fahren. Die Straße erweist sich als deutlich ruhiger und der Eindruck der ländlichen Gegend hier stimmt sehr zufrieden. Wir hätten auch
direkt auf dem Deich fahren können, das sparen wir uns aber nach den Gegenwind-Erfahrungen der letzten Tage. Schließlich verbindet sich unser Ausweichweg wieder
mit der Noordzeeroute und führt geradewegs im Zick-Zack durch die Dünen-Landschaft. Mir gefallen die Wege durch die Dünen außerordentlich, ich könnte hier tagelang
durchfahren. Wieder schaut es hier anders aus als noch ein paar Kilometer zuvor, die Landschaft hat hier stellenweise etwas Endzeit-mäßiges, Mad Max lässt grüßen!
Da wir nur noch wenige Kilometer von unserem Ziel Bergen entfernt sind, beschließen wir einen kleinen Umweg über Bergen aan Zee zu fahren, das ist
quasi das Strandbad, dass hier jedes Dorf zu bieten hat, wenn es ein paar Kilometer vom Wasser weg liegt. Nachdem wir am Strand eine kleine Erfrischung genommen
haben, fahren wir nach Bergen und checken kurz ins Hotel ein, um anschließend noch mal ein paar Kilometer über Egmond nach Egmond aan Zee zu fahren, auch so ein
Strandbad eines ehemals kleinen Dorfes. Allerdings ist Egmond aan Zee ein richtiges kleines eigenständiges und vor allem schönes Örtchen. Während Bergen aan Zee
nur aus Apartmenthäusern, Frittenbuden und Strandkneipen besteht, hat Egmont aan Zee durchaus einiges zu bieten, von zwei Kirchen über `nen stattlichen Leuchtturm
bis hin zu einer ansprechenden Touri-Meile mit Geschäften und Restaurants und vielen netten kleinen Häuschen. Mir hat`s gefallen. Abends spazieren wir noch durch
Bergen, das ist auch echt knuffig. Sehr grün, gar nicht gedrängt sondern sehr weitläufig mit einer Art Zentrum, welches sich um eine Kirche, teils Ruine, teils neu
aufgebaut und in Betrieb aufreiht. Dort gibt es viele Lokale, eines davon kredenzt uns ein hervorragendes Abendmahl und die Kirchenglocken spielen dazu lustige
Liedchen. ( Das war uns auf unserer bisherigen Reise schon aufgefallen, anscheinend hat hier jede Kirche ein extravagantes Glockenspiel, welche zum Teil äußerst
unkirchliche Melodeien von sich geben!)
Mit dem Trip nach Egmond aan Zee haben wir nun auch fast die gesamte Strecke wieder befahren, die wir am Sonntag ausgelassen hatten um mit dem Zug
rechtzeitig nach Den Helder zu gelangen. Das war zwar nicht das eigentliche Ziel, aber trotzdem ganz schön, die “verpassten” Kilometer doch noch beradelt zu haben.