Willkommen auf Fischland



Wir verlassen unsere Herberge nach einer wunderbaren Nacht und einem sehr liebevoll angerichtetem Frühstück und fahren noch mal in den Hafen um etwas einzukaufen, was wir gestern Abend noch nach Ladenschluss entdeckt hatten. Das gerät noch zu einer etwas längeren Fotosession, da der Laden ein skuriles Sammelsurium von allem möglichem Krimskrams ist.

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Dann, nachdem der geschäftliche Teil erledigt ist, nehmen wir die Fähre über den Alten Strom und kommen im Stadtteil Hohe Düne an, einem Nobel-Resort für den besser betuchten Teil unserer Gesellschaft.
Nach einigen hundert Metern merke ich, dass meine Schaltung nicht ganz so funktioniert, wie ich mir das so vorstelle, deshalb schalte ich mal von unten nach oben alles durch und wieder zurück. Beim Schalten in den kleinsten Gang des hinteren Schaltwerkes, also in größte Ritzel hüpft die Kette über selbiges und verklemmt sich zwischen Ritzel und Radnabe. Also anhalten, mal eben das Gepäck runter basteln und die Kette wieder rausfummeln. Nach fast zwei Wochen durch Staub und Sand sieht das ganze Schaltwerk wie ein einziger Dreckbatzen aus, entsprechend schauen hinterher meine Hände aus. Ich bekomme das Ganze nur mit Mühe wieder dahin, wo es hin soll, die Ursache wird mir schnell klar. Heute morgen war mein Fahrrad beim Beladen mal kurz zu Boden gegangen (dabei nur knapp an einem geparktem Auto vorbei geschrammt, das hätte noch gefehlt!), weil der Ständer des eigentlich guten Rades einfach Müll ist. Ich hatte mir schon drei mal vorgenommen, das Teil auszutauschen, dabei isses dann aber geblieben. Jedenfalls liegt mein Radel also auf der Straße und ist dabei offensichtlich auf`s teure Shimano-Teil geplumpst, wobei die Halterung desselben offenbar verbogen wurde. Demzufolge stimmt nun hinten die Symmetrie der filigranen Angelegenheit nicht mehr, was eben jetzt zu der Unterbrechung der Radeltour geführt und mir zu schmierigen, pechschwarzen Fingern verholfen hat. Die Fahrt geht weiter, auch wenn die Schaltung nur noch hakelig und ungenau funktioniert. Ich will aber nicht dran rumbiegen, die Wahrscheinlichkeit das Teil wieder in die richtige Stellung zu bekommen ist verschwindend gering gegenüber der Chance etwas abzubrechen. Ein bisschen was einstellen kann man am Seilzug, ich experimentiere eine Zeit lang damit rum und finde eine Einstellung die, zwar mehr schlecht als recht, aber eben funktioniert. Da ist zu Hause ein Kundendienst anzuberaumen, der Radel-Dealer meines Vertrauens wird sich der Sache annehmen müssen.
Wir fahren also weiter, streifen Markgrafenheide und kommen in ein ausgedehntes Wald- und Moorgebiet direkt am Meer. Der Weg ist gut, es lässt sich super schön hier fahren und das permanent präsente Meeresrauschen macht den Trip zum perfekten Erlebnis…wenn die Mücken nicht wären. Bei 25°C werden die kleinen Plagegeister, die sich hier im Moor nur all zu wohl fühlen zu blutrünstigen Vampiren und perforieren uns nahezu. Irgendwann ist der Wald aber zu Ende, wir kommen nach Graal-Müritz und kehren in einem Cafè ein. Ich kann mir die Hände wenigstens notdürftig reinigen und nach einem großen Kaffee geht es weiter durch Wald und Flur bis nach Dierhagen, einem weiteren Ostseebad.

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Hier beginnt dass Fischland, früher eine Insel, heute mit dem Darß und dem Zingst zu einer Halbinsel vereint, die ein Binnenmeer umschließt, welches man Bodden nennt. Der hat zwar noch einen Zugang zum Meer ist aber lang nicht so salzhaltig, wie die Ostsee, da der Wasseraustausch nur begrenzt und abhängig von der Windrichtung stattfindet. Wir fahren über einen langen Deich, auf der linken Seite sehen wir die Ostsee, auf der rechten den Saaler Bodden. Irgendwie cool, hatten wir auf der vergangenen Tour in Holland auch so ähnlich, nur dass die Bauwerke da menschengemacht waren und hier natürlich entstanden sind. Langsam kriegen wir Hunger und halten deshalb im Althagener Hafen an zu einem frischgemachten Fischbrötchen. Ein Blick auf mein Handy zeigt mir, dass wir nur noch einen Kilometer von unserer Herberge entfernt sind. Dort angekommen haut`s uns von den Socken, wir haben eine Suite, quasi eine ganze Wohnung mit Ankleidezimmer und Balkon. Naja, teuer genug ist die Hütte ja.

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Nach der Dusche geht`s ins Dörfchen und an den Strand, abends geht`s wieder zurück in den Althagener Hafen, dort gibt`s lecker Räucherfisch. Am Himmel bilden sich erste Wolken, morgen wird es wohl keinen Sonnenschein geben…

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